Lüdenscheid. Die Seniorinnen und Senioren aus dem neuapostolischen Kirchenbezirk Hagen erlebten am Sonntag, dem 27. Oktober 2024, gemeinsam mit der Gemeinde Lüdenscheid einen besonderen Gottesdienst.
Als Bibelwort für den Gottesdienst diente Matthäus 5 Vers 16: "So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen". Aus sangesfreudigen Seniorinnen und Senioren des Bezirks Hagen sowie aus Glaubens-geschwistern der Gemeinde Lüdenscheid wurde unter Leitung von Reinhard Schiller ein spontaner Chor gebildet, der den musikalischen Rahmen zum Gottesdienst bildete.
"Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht" – Römer 1, Vers 8.
"Von Herz zu Herz" begrüßte Bischof Olaf Koch die versammelte Festgemeinde und stieg in seinen Predigtteil mit einem Bibelwort aus Römer 1 Vers 8 ein, das ihn in den Tagen vor dem Seniorengottesdienst bewegte. Es sei ein tiefer Glaube, der aus dem Kreis der Seniorinnen und Senioren erlebbar wäre. Sich zum Altar Gottes zu halten und sich in die Gemeinde mit einzubringen, würde tief in ihren Herzen stehen. Dafür bedankte sich Bischof Koch bei den Seniorinnen und Senioren des Bezirks.
"Lasst euer Licht leuchten!"
Das Bibelwort aus Matthäus 5 Vers 16 passe zu seinen Gedanken, die ihn im Vorhinein beschäftigten. Die Seniorinnen und Senioren hätten eine starke Leuchtkraft, die nicht aufhöre. Bischof Koch rief die versammelte Gemeinde dazu auf, gerade im Hinblick auf den nächsten Sonntag (Entschlafenengottesdienst am 03.11.2024), das Licht weiter leuchten zu lassen. Jesus Christus sagte: "Ich bin das Licht der Welt". Bischof Koch schlüsselte im weiteren Teil seiner Predigt auf, was mit dem Licht gemeint sei. Es seien viele Erwartungen an das Licht Jesu geknüpft worden: weniger Sorgen, Befreiung von den Römern, Heilung durch Jesus. Doch die Sorgen in der damaligen Zeit seien auch unter dem Wirken Jesu die gleichen geblieben. Das Licht Jesu sei so zu verstehen, dass Dinge unter dem Lichtschein besser zu verstehen oder zu sehen seien. Im Licht ließ Jesus Gott für die Menschen besser erkennen. Im Alten Testament sei Gott noch oftmals als der strafende Gott, als der Richter und Gesetzgeber verstanden worden. Jesus hat jedoch Gott unter einem anderen Licht erscheinen lassen: Den liebenden Gott. Davon hat Jesus nicht nur gesprochen, sondern er hat dieses Licht auch erlebbar werden lassen. Er nahm Anteil am Leben seiner Mitmenschen. Der Plan Gottes sei, dass alle Menschen bei ihm sein können, auf ewig. Das sei sein Heilsplan für uns: Gemeinsam mit Jesus beim Vater im Himmel zu sein. Dies müsse man im Glauben ergreifen. "Dieses Licht wollen wir für uns nutzen und erkennen, was Gott mit uns vorhat", so Bischof Koch.
Licht in die jenseitige Welt leuchten lassen
Das Licht Jesu Christi ist grenzenlos. Es reicht über die sichtbare Welt hinaus, also auch in die Welt, die jenseits unseres menschlichen Wahrnehmungsvermögens ist. In unseren Gebeten und Fürbitten für die Verstorbenen bitten wir Gott darum, dass er die Seelen das Licht Christi erkennen lässt, damit sie seine Nähe und Liebe erfahren und die Sakramente empfangen können, fuhr Bischof Koch in seiner Predigt fort.
Wenn jemand in der Gemeinde in großer Sorge sei und die Gemeinschaft für ihn bete, dann erlebe man teilweise, dass man von den Gebeten getragen werde. Dies könnten auch die Seelen der jenseitigen Welt spüren, getragen zu werden von unseren Gebeten. Dafür müssten die Gebete jedoch aufrichtige Bitten umfassen. Teilweise gehe durch eine Auseinandersetzung eine Freundschaft oder Beziehung zu Brüche, über die man nicht mehr hinweg käme. Wie aufrichtig wirke dann eine Bitte in die jenseitige Welt, stellte Bischof Koch als Frage in die Gemeinde. Die Seelen dort seien ebenso sündhaft und bedürfen der Gnade Gottes. "Wenn wir das selbst nicht unter den Lebenden schaffen und ihnen vergeben, wie aufrichtig ist dann unsere Bitte für Vergebung unter den Toten?", so Bischof Koch.
Lichtquellen unterschiedlich nutzen
Diakonin Vogtmann, die Bezirksseniorenbeauftragte des Bezirks Hagen, wurde zu einem Predigtbeitrag an den Altar gebeten. Dabei ging sie auf unterschiedliche Lichtquellen ein, die man situationsbedingt nutzen könne. Manch einer bedürfe eines Leuchtturms, der Orientierung schaffe in stürmischen Zeiten. Ein anderer bedürfe eines Fernlichts, das den Blick in die Zukunft ausrichte und vor aufkommenden Gefahren bewahre. Manch einer bedürfe eines Lagerfeuers, das Wärme und Geborgenheit schenke und Gemeinschaften einlade dort zu verweilen. Wieder andere bedürfen einer kleinen Kerze, die Trost spende und Ruhe ausstrahle. Jesu Licht könne unterschiedlich eingesetzt und genutzt werden, um die Liebe und Gnade Gottes für die Menschen sichtbar zu machen, so die Diakonin. In der Dunkelheit nähme man Lichtquellen besonders deutlich wahr. So wollen wir besonders in schweren Zeiten das Licht Jesu leuchten lassen. Ein Licht könne jedoch auch mal erlöschen. Wenn dies passiere, sollen wir nicht aufgeben, sondern uns anstecken lassen durch die Gemeinschaft in den Gemeinden.
Aufladen unter der Sonne Jesu
Der Bezirksvorstehervertreter des Bezirks Hagen, Priester Ralf Paul, führte an, dass er heute eine besondere Atmosphäre in der Kirche verspüre. Es leuchte, so Priester Paul. Unter dem Dienen von Bischof Koch, dass Jesus Christus das Licht sei, kamen ihm die Gedanken an eine Solarleuchte. Solarlampen würden durch das Sonnenlicht zum Leuchten gebracht werden. Von allein, ohne Jesu Hilfe, würde es uns schwer fallen zu leuchten. Wir sind auf das Licht Jesu angewiesen, was uns zum Leuchten bringen würde. In Gottesdiensten könnten wir die Möglichkeit nutzen uns wieder neu aufzuladen, um dann auch für andere wieder Orientierung sein zu können. Wir dürfen unser Licht zum Strahlen bringen, auch in die Jenseitige Welt hinein. Gott ziehe da keine Grenzen, so Priester Paul.
Zeichen erkennen
Bischof Koch ging in seiner Vorbereitung zur Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl auf das gesungene Chorlied ein: "Es kommt der Herr! Die Zeichen schau, sie künden seinen Tag!" (aus Chorbuch Nr. 412) "Gott kommt. Er wird wiederkommen, weil er Gott ist und kein Unterschied macht zwischen tun und wollen", so Bischof Koch. Zudem wurde von den Zeichen gesungen, die erkannt werden sollen und seine Wiederkunft ankündigen. Dabei sollen wir nicht auf das schauen, was um uns herum geschehe und durch die Medien verbreitet werde. Aussagen wie "das wird immer schlimmer in der Welt!" seien nicht die Zeichen, auf die das Lied anspiele. In der Sündenvergebung und Feier des Heiligen Abendmahls könne man eines der gemeinten Zeichen erkennen. Jesus Christus feierte das Heilige Abendmahl mit seinen Jüngern und sagte "das tut zu meinem Gedächtnis, bis ich wiederkomme". Jesus Christus möchte die Gemeinschaft mit uns feiern und uns zu sich ziehen. In der Feier des Heiligen Abendmahls können wir ihn erleben, weil er da sei und unter uns trete, so Bischof Koch. Dadurch könne unsere Vorfreude auf die Wiederkunft Jesus Christus gestärkt werden.
Gemeinschaft leben
Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Kaffeetrinken mit der Möglichkeit zum Gedankenaustausch statt. Dazu war aus jeder Gemeinde des Kirchenbezirks Kuchen und Fingerfood bereitgestellt worden. Auch Bischof Koch nahm an der Gemeinschaft teil und nahm sich viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Seniorinnen und Senioren.
© Bezirk Hagen
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