Wuppertal. Am 22. September 2024 folgten die Jugendlichen des Kirchenbezirks Hagen gern der Einladung des Apostels René Follmann in den Nachbarbezirk Bergisches Land.
Die Jugendlichen aus beiden Bezirken erlebten den Bezirksjugendgottesdienst mit zwei besonderen Ereignissen: Zum einen feierte die Gemeinde das Sakrament des Heiligen Abendmahls für bereits Verstorbene und für den Bezirk Hagen wurde eine Bezirks-Jugendbeauftragte (BJB) ernannt.
Grundlage für die Predigt des Apostels war ein Bibelvers aus dem Gleichnis des barmherzigen Samariters, Lukas 10, 29: "Er (der Gesetzeslehrer) aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?"
Nach dem vom Jugendchor sehr stimmungsvoll vorgetragenen Lied "Ich, der Herr von Erd und All" eröffnete Apostel Follmann seine Predigt mit der Frage, was an einem Jugend-Gottesdienst anders wäre? Nicht viel, stellte er fest, bis auf den Altersunterschied. Vieles wäre gleich. Er brachte es auf eine einfache Formel: Es ginge immer um Gott und um uns. Gottesdienst sei eine Möglichkeit innezuhalten, den Alltag zu durchbrechen und sich die Frage zu stellen: Wie ist mein Verhältnis zu Gott?
Und überleitend auf das Bibelwort stellte er die Frage, wie das Verhältnis zum Nächsten sei. Das Gleichnis Jesu böte viele verschiedene Aspekte. Es gehe um die Nächstenliebe. Heute solle es uns zeigen, wie wir in unserem Leben Nächstenliebe üben können. Es ginge darum den Nächsten zu sehen. Der Beraubte lag im Straßengraben, am Rand. Man musste hinsehen und hingehen. Der Apostel warb um Empathie und Mitgefühl, sich dem anderen zuzuwenden. Im Gleichnis hatten die Männer, die vorbeigingen, möglicherweise auch gute Gründe für ihr Nichthelfen. Welche Gründe oder Ausflüchte hätte wir heute? Oft höre man: keine Zeit. Der Samariter hatte sich Zeit genommen. Oder man habe Angst etwas falsch zu machen. Apostel Follmann wünschte der Jugend Mut auf den Nächsten zuzugehen. Manche sagten sogar: "Ich bin mir selbst der Nächste." Das Gebot der Liebe sagt jedoch: Liebe Gott und den Nächsten wie dich selbst. Der Nächste gehört also immer dazu.
In der Beipredigt stellte Evangelist Pechta, Gemeinde Lüdenscheid, fest, dass es heute vielfach an Mitleid fehle. Allein nähmen wir vielleicht bei unseren Nächsten nicht wahr, dass er Hilfe benötige. Gott könne uns diesen Nächsten jedoch zeigen, so dass wir spüren, das dieser oder diese Hilfe benötigt. Der Samariter hatte Öl und Wein zur Versorgung der Wunden dabei. Als Christen haben wir heute auch "erste Hilfsmittel", wenn es um die Sorgen oder Verletzungen des anderen gehe. Unser Mitgefühl, die Sorgen des anderen mitzutragen und unsere Fürbitte wären Hilfsmittel.
Vor der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahles verstärkte der Apostel den letzten Gedanken des Evangelisten noch mit dem Rat, mit (!) dem anderen zu beten.
Schließlich feierte der Apostel im Auftrag des Bezirksapostel das Heilige Abendmahl für bereits Verstorbene. Die Momente waren im Kreis der Jugend etwas Besonderes und für Apostel Follmann das erste Mal.
Zur Freude für den Kirchenbezirk Hagen ernannte anschließend Apostel René Follmann die Jugendbetreuerin der Gemeinde Lüdenscheid, Schwester Anna Reinecke, zur Bezirks-Jugendbeauftragten. In dieser Beauftragung arbeitet sie neben Priester Hendrik Schmitt, Gemeinde Attendorn und Diakon Karsten Hilgert, Hagen-Hohenlimburg, regional verantwortlich in der Jugendseelsorge und steht unter anderem den verschiedenen Jugendbeauftragten der Gemeinden als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
© Bezirk Hagen
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