Hohenlimburg. Ein besonderer Gottesdienst führte die Gemeinden Hagen-Boele und Hagen-Hohenlimburg am Mittwochabend, 9. September 2026, in Hohenlimburg zusammen. Apostel René Follmann feierte den Gottesdienst mit der großen Festgemeinde. Begleitet wurde er von den Bischöfen Sascha Tümmler und Olaf Koch.
In diesem Gottesdienst versetzte der Apostel Priester Dirk Rausch aus Hohenlimburg sowie die beiden Gemeindeleiter, Evangelist Andreas Böhmer aus Hohenlimburg und Evangelist Detlef Flügge aus Boele, in den Ruhestand. Priester Karsten Hilgert aus Hohenlimburg wurde mit der Leitung beider Gemeinden beauftragt. Außerdem ordinierte Apostel Follmann Schwester Anke Nierstenhöfer als Diakonin für die Gemeinde Hohenlimburg.
Zu diesem besonderen Anlass hatte sich eine große Festgemeinde versammelt. Apostel Follmann legte seiner Predigt das Bibelwort aus 5. Mose 4,24 zugrunde: "Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott."
Gott ist heilig und unbegreiflich
Der Bibelvers steht im Zusammenhang mit der mahnenden Abschiedsrede des Mose an das Volk Israel vor dem Einzug in das verheißene Land, erläuterte der Apostel. "Mose wusste, dass sein Auftrag, das Volk zu führen, nun endete. Deshalb gab er dem Volk, das er so lange geführt hatte, noch einige Impulse mit, worauf es künftig achten sollte, und forderte es auf, Gott, dem Herrn, treu zu bleiben."
Mose beschrieb Gott so, wie er ihn erlebt hatte, und benutzte dazu das Bild des Feuers. Dies erinnere an seine Berufung am brennenden Dornbusch, an die Führung des Volkes Israel durch die Wolken- und Feuersäule und auch daran, wie das Volk von Gott die Zehn Gebote empfing.
Dabei sei es jeweils ein anderes Feuer gewesen, als wir es aus der Natur kennen: unerklärlich und nicht passend zum menschlichen Erfahrungsschatz. "Das Feuer kennzeichnet in diesen Zusammenhängen die Gegenwart Gottes", so der Apostel.
"Gott ist für uns nicht greifbar, und wenn wir ihn erklären wollen, stellen wir fest, dass wir scheitern." Mose mache dem Volk deutlich: Gott ist der Schöpfer und der Allmächtige. Er ist heilig, unfassbar, unerklärbar und unverfügbar. „Wir suchen die Nähe Gottes, nahen uns ihm in Hochachtung und Ehrfurcht und versuchen nicht, ihn auf eine menschliche Ebene herabzuziehen.“
Gott ist ein leidenschaftlich liebender Gott
Gott ist aber auch ein eifernder Gott. Mit dem Begriff "Eifer" verbinden wir, sich für etwas einzusetzen und Aufwand für eine Sache zu betreiben. Etwas, für das wir eifern, ist uns eine Herzensangelegenheit.
"Gott kämpft um dich und mich", so Apostel Follmann. "Er will uns dabei helfen, zu ihm zurückzukommen." Jesus Christus kam als wahrer Mensch und wahrer Gott auf die Erde und zeigte den Menschen Gott als den liebenden Vater: "Wer mich sieht, der sieht den Vater."
Um diese Liebe greifbarer zu machen, benutzte Jesus das Bild vom guten Hirten. "Dem Hirten sind die Schafe nicht gleichgültig." Jesus habe deutlich gemacht, dass der gute Hirte seine Schafe so sehr liebt, dass er sein Leben für sie lässt. "Das hat Jesus Christus für dich und mich, für alle Menschen getan. So sehr eifert Gott um dich und mich."
Dass Gott sich um jedes einzelne seiner Schafe kümmert, werde auch im Gleichnis vom verlorenen Schaf deutlich: "Wir sind seine Schafe, wir gehören zu ihm, wir alle sind Kinder Gottes."
Der Weg in das zukünftige Reich Gottes
Gott will, dass die Menschen mit ihm in seinem zukünftigen Reich Gemeinschaft haben, und wir sind auf dem Weg dorthin. Doch was ist das für ein Reich?
"Auch dies ist mit unseren Worten nicht wirklich fassbar und erklärbar", so der Apostel. "Jesus hat verheißen, dass er mit demjenigen, der ihm nachfolgt, in diesem Reich zusammen sein will. Er will dort mit den Menschen auf ewig wohnen. Das ist unser Glaubensziel."
Jesus schicke uns jedoch nicht einfach allein auf die Reise dorthin, sondern sage: "Ich bin bei euch alle Tage." Apostel Follmann erläuterte: "Das heißt doch: Ich gehe diesen Weg mit euch gemeinsam."
Gott offenbare sich auch heute – im Gottesdienst ebenso wie im persönlichen Leben. "Ja, wo denn?", fragte der Apostel und gab selbst die Antwort: "Halt die Augen offen, halt dein Herz offen, suche Gott von ganzem Herzen, und du wirst ihn finden."
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes bat Apostel Follmann die drei zukünftigen Ruheständler sowie Bischof Tümmler um Predigtbeiträge.
Ruhesetzung, Beauftragung und Ordination
Im Anschluss an die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls versetzte Apostel Follmann Priester Dirk Rausch sowie die Evangelisten Andreas Böhmer und Detlef Flügge mit herzlichen Dankesworten in den Ruhestand.
"Ihr seid alle in den 1980er-Jahren in euer erstes geistliches Amt ordiniert worden und blickt auf eine lange Zeit als Geistliche in der Kirche zurück." Niemand könne wirklich aufzählen, was in dieser Zeit an seelsorgerischer Arbeit geleistet worden sei. "Vermutlich könnt ihr es selbst nicht, aber einer weiß es: Und das ist unser himmlischer Vater." Der Apostel dankte den drei Geistlichen dafür, dass sie ihren Dienst mit ganzem Herzen und ganzer Seele ausgeübt hätten.
Auch den Ehefrauen der drei Ruheständler dankte Apostel Follmann dafür, dass sie den Dienst ihrer Männer in der Kirche Christi unterstützt und mitgetragen hätten. Ihnen allen wünschte er eine schöne und gesunde Zeit im Ruhestand.
Anschließend beauftragte der Apostel Priester Karsten Hilgert mit der Leitung der Gemeinden Hagen-Boele und Hagen-Hohenlimburg. "Hab ein großes Herz", gab Apostel Follmann ihm mit auf den Weg. "Du hast schon ein großes, und das kann sich noch weiterentwickeln."
Ein weiteres Anliegen sei es, ausgleichend zu wirken und Brückenbauer zu sein: "Versuche immer, Brücken zu bauen – innerhalb der Gemeinde und auch nach außen. Sei Vermittler, so wie es uns Jesus Christus vorgelebt hat. Dann wird darauf auch Gottes Segen ruhen."
Danach ordinierte Apostel Follmann Schwester Anke Nierstenhöfer als Diakonin für die Gemeinde Hohenlimburg. Er bat sie, mit offenen Augen und offenem Herzen darauf zu achten, wer in der Gemeinde besondere Zuwendung und Begleitung benötige. Als Beispiel nannte er die Begleitung der Emmausjünger durch den Herrn: "Sie haben ihn nicht gleich erkannt, aber diese Begleitung hat ihnen gutgetan."
Ausklang
Nach dem Ende des Gottesdienstes wurden den Ehefrauen der Ruheständler sowie der Ehefrau des neuen Gemeindeleiters Blumen überreicht.
Anschließend blieben die Gottesdienstbesucher noch lange beisammen. Dabei gab es Gelegenheit, den neuen Gemeindeleiter willkommen zu heißen und den drei Ruheständlern persönliche Worte und gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. Auch Apostel Follmann sowie die Bischöfe Tümmler und Koch nahmen sich viel Zeit für persönliche Gespräche.
So klang ein Gottesdienst aus, der für beide Gemeinden Abschied und Neubeginn miteinander verband – und damit zugleich einen besonderen Abschnitt ihrer gemeinsamen Geschichte markierte.
© Bezirk Hagen
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