Halver. Am Mittwoch, 3. Juni 2026, feierte Apostel René Follmann den Abendgottesdienst in der neuapostolischen Gemeinde Halver. Am Ende des Gottesdienstes ordinierte er eine Diakonin für die Gemeinde.
Apostel Follmann legte seiner Predigt als Bibelwort einen Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja zugrunde: "Darum spricht Gott der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht." (Jes. 28,16). Er führte aus, dass man angesichts der vielen schlimmen Nachrichten, die uns auf vielen Wegen erreichen, die Frage stellen könnte: „Hat das alles überhaupt noch einen Zweck? Leben wir nicht in einer schlimmen Welt?“ Manchmal höre man solche Fragen und Gespräche oder sei selbst daran beteiligt. All dies zeige, dass Menschen auf der Suche nach Sicherheit sind. „Wie ist das denn mit unserem Glauben, fragte der Apostel. Gibt dir dein Glaube noch Sicherheit im Leben?“ Er wies darauf hin, dass wir alle Phasen von Unsicherheit, Furcht und Angst haben, dass manches uns sehr belastet – aber wir sollten nicht vergessen, dass wir trotzdem Sicherheit im Glauben finden können.
Jesus Christus - Fundament und Eckstein
Das Bibelwort spricht geradezu von dieser Sache. Gott hat in Jesus Christus ein Fundament, einen Eckstein gelegt, an dem sich alles ausrichten soll und der Sicherheit gibt. Ein Eckstein war in alter Zeit der erste Stein, der beim Hausbau gelegt wurde und es war unheimlich wichtig, dass dieser exakt lag. Das gesamte Bauwerk war an diesem Stein ausgerichtet und das war die Grundlage dafür, dass der Bau gelingen konnte. Apostel Follmann übertrug das Bild auf die Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen, die sich zu Jesus bekennen und sich an ihm als dem Fundament ausrichten. "Wir glauben an diesen Eckstein, dass es ihn gibt, dass er absolut perfekt liegt, dass das, was Jesus gesagt und getan hat, vollkommene Wahrheit ist, dass Jesus nicht nur ein kluger Mann war, sondern Gott selbst, der den Menschen die Wahrheit erzählt hat und den Menschen sagen konnte, was göttlicher Wille ist." Bei allen Fragen, die aufkommen können, riet der Apostel, auf Jesus Christus zu schauen, sich an diesem zu orientieren. "Das ist nicht immer einfach."
Zweifeln ist menschlich
Als Beispiel führte er die bekannte Begebenheit an, als Petrus auf dem Wasser ging. Er hatte auf Jesus, den Eckstein, gesehen, er hatte absoluten Glauben und ging beim Ruf Jesu, trotz der Wellen und des Sturmes, sofort los. Aber dann kam der Zweifel. Zweifel sei kein Versagen im Glauben, es sei einfach menschlich, so der Apostel. "Petrus ging unter, aber das war nicht das Ende der Geschichte – Jesus nahm ihn an die Hand und zog ihn aus dem Wasser heraus." Manchmal ginge es uns auch so. Wir sind stark im Glauben, aber dann sind manchmal die Verhältnisse so schlimm, dass wir den Eindruck haben, die Wogen schlagen über uns zusammen und wir finden kaum noch Halt in unserem Leben. "Aber denk daran, dass Jesus Christus dich sieht und dich nicht den Wellen preisgibt", ermutigte der Apostel die Gemeinde. "Gott liebt uns bedingungslos und treu. Das gibt Sicherheit." Er knüpft seinen Liebe zu uns nicht an Bedingungen, etwa, dass wir vollkommen sein müssten. Er liebt uns so, wie wir sind, er weiß um unser Fehler und Schwächen und versucht uns zu helfen. "Seine Gnade ist grenzenlos."
Von der Theorie zur Praxis
Das Handeln Jesu sei für uns Vorbild, an ihm sollten wir uns ausrichten. Seine Liebe ist grenzenlos – wie sieht es mit unserer Liebe aus? Wie weit Jesus die Nächstenliebe fasst, lesen wir in der Bergpredigt, die in dem Hinweis Jesu gipfelt: Liebet eure Feinde. "Ein hoher Anspruch", so der Apostel. Aber er ermutigte dazu, dies lernen zu wollen und zog Vergleiche zum Sport, wo man sich Ziele setzen und trainieren müsse. Wir können uns darin üben, vorurteilsfrei auf andere Menschen zuzugehen, Menschen das Evangelium zu bringen, zu Bedürftigen hinzugehen und sie zu versorgen, ermutigte der Apostel zu entsprechenden Taten. Denn Hausbau ist keine Theorie, nur ein schönes, vom Architekten gezeichnetes Bild, sondern dieses Bild muss umgesetzt werden. Die Gottesdienste verglich der Apostel mit den Baubesprechungen, wo Gott uns sagt, was zu tun ist, wo wir anfassen können und an uns selbst arbeiten können. Jesus selbst gab einige Hinweise, wo wir schon hier im Leben am Reich Gottes bauen können, beispielsweise Armen beistehen oder Kranke besuchen. Das gelte auch für die Gemeinde. Jeder habe von Gott eine Gabe bekommen, die er einsetzen kann. Wenn wir in der Gemeinde sehen, dass jemand betrübt ist, können wir beispielsweise das Angebot machen: Ich möchte gerne einmal mit dir gemeinsam beten. Dann kann unser Nächster auch verspüren, dass Gott hat an ihn gedacht hat, ihm einen Engel gesandt hat und kann aus dieser Begegnung erfahren: "Mein Herr sieht mich und ist an meiner Seite."
Diakonin Anna Reinecke, Gemeinde Lüdenscheid, unterstrich in ihrem Predigtbeitrag die Worte des Apostels.
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls nahm der Apostel noch eine besondere Handlung vor und ordinierte Schwester Barbara Götte zur Diakonin für die Gemeinde Halver.
Der Gottesdienst wurde durch Gemeindegesang, Vorträgen des Gemischten Chores und eines kleinen Männerchores feierlich umrahmt.
Nach dem Ende des Gottesdienstes blieb die Gemeinde noch zusammen, um der neuen Diakonin Glück- und Segenswünsche auszusprechen und Freude über den Zuwachs im Kreis der Geistlichen ihrer Gemeinde auszudrücken. Apostel Follmann nahm sich ebenfalls viel Zeit und stand für Verabschiedungen und persönliche Gespräche zur Verfügung.
© Bezirk Hagen
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