Breckerfeld. Bischof Olaf Koch, Werl, besuchte am Sonntag, 11. Januar 2026, die Neuapostolische Kirchengemeinde Breckerfeld und feierte dort den Gottesdienst. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Sternsinger.
Bischof Olaf Koch legte der Predigt ein Bibelwort aus Lukas 2, 49b zugrunde: „Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“
Bischof Koch ging zu Beginn seiner Predigt auf das Lied des Gemeindechores ein: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses … .“ Es gibt unterschiedliche Aspekte, jeder setzt einen anderen Schwerpunkt, sagte Bischof Koch. Man möchte heraus aus dem Alltag, Gemeinschaft mit den Geschwistern haben. Es gibt aber auch Sorgen und Probleme, man legt alles auf den lebendigen Altar und bittet Gott um Beistand und Kraft. Wichtig ist es, die Nähe zu Gottes Haus zu suchen.
Bischof Koch ging im weiteren Verlauf seiner Predigt auf die Entwicklung von Jesus ein. Über Jahrhunderte von den Propheten angekündigt als König der Könige, geboren aber in ärmlichsten Verhältnissen und doch angebetet von den Heiligen Männern aus dem Morgenland. War da nicht doch etwas Besonderes? Vielleicht kam der Gedanke bei den Eltern auf. Und danach? Die Bibel berichtet nichts von Jesus bis zu seinem 12. Lebensjahr und der Begebenheit, die als heutiges Bibelwort dient. Bischof Koch machte einen Vergleich mit heutigen Verhältnissen. Man hat vielleicht Sorgen, Probleme, Fragen, Gott greift nicht ein, antwortet nicht, es gibt nichts Spektakuläres. War es das? Nein, Gott ist da, begleitet dich, vergisst dich nicht, auch wenn seine Hilfe manchmal lange auf sich warten lässt. Bleibe weiterhin in seiner Nähe, in seinem Haus.
Bischof Koch führte weiter aus, dass Jesus als Kind ein einzigartiges Selbstverständnis offenbarte: Er weiß, dass sein Leben vom Vater im Himmel her bestimmt ist. Seine Eltern suchen ihn voller Sorge – und finden ihn dort, wo er sich selbst als notwendigerweise Hingehörenden erlebt: im Haus des Vaters. Dieser Moment markiert einen ersten Schritt der Offenbarung: Der Junge namens Jesus aus Nazareth ist nicht nur Kind menschlicher Eltern, sondern der Sohn Gottes. Mit zwölf Jahren – am Übergang zur religiösen Mündigkeit – bekennt er selbst seine göttliche Identität: Er „muss“ in dem sein, was des Vaters ist. Das erste öffentliche Auftreten Jesu geschieht also nicht mit Macht und Zeichen, sondern mit einer schlichten, aber klaren Selbstoffenbarung: Ich gehöre meinem Vater. Diese Haltung prägt seinen ganzen weiteren Weg, also Verkündigung, Passion, Auferstehung.
Im Haus des Vaters
Bischof Koch beschreibt, dass das „Muss“ keine äußere Pflicht oder einen Zwang, sondern göttliche Notwendigkeit ist: Jesu Identität ist untrennbar mit Gott, dem Vater, verbunden. Dass er im Tempel mit den Lehrern im Gespräch ist, zeigt auf, dass nicht allein der Ort für diese Verbundenheit mit dem Vater relevant ist, sondern auch die Gemeinschaft mit denen, die Gott ihrerseits suchen und dazu sein Wort verinnerlichen. Der Ausdruck „in dem, was meines Vaters ist“, kann sowohl „im Haus meines Vaters“ als auch „bei denen, die zu meinem Vater gehören“, bedeuten.
■ Haus: Raum der Gegenwart Gottes (Tempel damals, Wort und Sakrament heute).
■ Gemeinschaft und Sendung: Gemeinschaft der Glaubenden, die am Vater orientiert leben. Daraus erwächst die Sendung: Gutes tun, Hoffnung wecken, Liebe leben. Für die Glaubenden heißt das: Wir finden den Vater dort, wo sein Wort lebendig wird, wo Gemeinschaft im Glauben gelebt wird, wo Nächstenliebe geschieht.
Das „Haus des Vaters“ ist dabei auch ein Bild für geistliche Heimat: ein Ort, an dem Menschen als Geliebte erkannt und angenommen sind. Dort zu sein, heißt: nicht aus Pflicht handeln, sondern aus der Gewissheit, geliebt zu sein.
Leben im Alltag
Bischof Koch erklärte, dass es für uns als Schwestern und Brüder Jesu, als geliebte Kinder Gottes, bedeutet:
■ Wie Jesus im „Haus des Vaters“ bleiben: Die Nähe Gottes suchen, bewusst Zeit im „Haus des Vaters“ verbringen – im Gebet, im Hören auf sein Wort, im Sakrament.
■ Wie Jesus Gemeinschaft leben: Das Gespräch mit anderen Glaubenden suchen, sich mit der Schrift auseinandersetzen, Fragen stellen und teilen.
■ Wie Jesus weitergeben: Andere Menschen mitnehmen in die Erfahrung der Gegenwart Gottes und so das Haus des Vaters für viele öffnen.
Das „Muss“ Jesu wird so nicht zur Last, sondern zur Quelle geistlicher Orientierung.
Gemeindevorsteher, Bezirksevangelist Volker Lange, und Priester Olaf Rudzinski-Höller unterstrichen in ihren Predigtbeiträgen noch einmal die Bedeutung des „Muss“ und des Begriffs Haus. Gottes Haus ist unsere Gemeinde, in der wir mit Schwester und Bruder Gottesdienst erleben und das Gemeindeleben positiv mitgestalten dürfen. Das sollte immer eine Herzensangelegenheit sein.
Musikalisch wurde der Gottesdienst mit Orgelspiel, Gemeinde- und Chorgesang umrahmt.
Im Anschluss an den Gottesdienst besuchten die Sternsinger aus Breckerfeld die Kirchengemeinde (siehe Bericht Dreikönigssingen 2026).
© Bezirk Hagen
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