Attendorn. Am Sonntagmorgen, 7. Dezember 2025, feierte Apostel René Follmann den Gottesdienst in der neuapostolischen Gemeinde Attendorn. Es war ein besonderer Gottesdienst mit Heiliger Versiegelung, einer Ordination und einem Wechsel in der Leitung der Gemeinde Attendorn.
Apostel Follmann predigte zu einem Bibelwort aus dem Johannesevangelium: "Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit nicht aufgedeckt wird, was seine Werke sind. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind." (Johannes 3, Verse 19 – 21)
Die Adventszeit
Zu Beginn seiner Predigt stellte der Apostel heraus, dass Adventszeit ist nicht nur das Erwarten des diesjährigen Weihnachtsfestes ist, es ist genauso die Erinnerung an das neue Kirchenjahr und die Erwartung auf das Wiederkommen Jesu. "Es ist eigentlich nicht nur die Erinnerung daran, dass Gottes Sohn auf diese Erde gekommen ist, sondern auch die Erinnerung an die Vorbereitung darauf, wenn er wiederkommen wird."
Jesus hat Licht und Wahrheit den Menschen gebracht. Licht zu bringen, ein Licht zu sein, das war der Auftrag Jesu Christi. Aber was er erklärt und gesagt hat, das war erst mal völlig neu. Bei einigen Menschen konnte er Glauben, wecken, bei einigen nicht, viele hatten auch Unverständnis.
Erneuerung des Menschen
Apostel Follmann stellte den Kontext zwischen dem Bibelwort im Gottesdienst und dem vielleicht bekannten Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus dar. Nikodemus, heute würde man sagen, ein hoher Geistlicher und einer der obersten geistlichen Lehrer bei den Juden. Als Christus von der Wiedergeburt spricht fragt sich Nikodemus, wie das gehen soll. Christus erläutert ihm dass es darum geht, aus Wasser und Geist neu geboren zu werden. Es muss eine Erneuerung stattfinden. Wieder etwas Neues, das Christus lehrt.
Die Jesus Christus kritisiert haben, haben ihn manchmal gefragt, ob er gekommen sei, um alle Gesetze abzuschaffen. Jesus Christus sagt nein. Ich bin nicht gekommen, um die Gesetze aufzuheben. Ich bin gekommen, um sie zu erfüllen, ja, sie wirklich zu erfüllen.
Liegt darin nicht auch so ein ganz grundlegender Kerngedanke des christlichen Glaubens? Wenn wir ehrlich sind, kämpfen wir als Menschen immer wieder damit, fallen in dieses gewohnte Muster der Gesetze. Richtig – falsch? Leben – Tod, Annahme – Ablehnung.
Der Apostel formulierte es so: "Es gibt Konzepte die basieren darauf: Um in den Himmel zu kommen, musst du mehr Gutes tun als Schlechtes." Und wenn wir ehrlich sind, schauen wir uns um und sehen ständig, wer welche Gesetze nicht hält. Und vielleicht kritisieren wir das. Aber Jesus lehrt: Schau doch mal auf dich selber. Hättest du denn alle Gesetze?
Jesus sagt uns: Du musst wiedergeboren werden, vielleicht mit etwas anderen Worten, du musst ein neuer Mensch werden. Du musst ein anderer Mensch werden. Und dann stellen wir fest, wir schaffen ist es nicht. Wir schaffen es nicht ohne Fehler, ohne mal einen bösen Gedanken zu haben, was auch immer. Da müsste man zu dem Ergebnis kommen. Ja, dann geht es nicht. "Und genau deswegen sendet Gott seinen Sohn", so der Apostel. "Aus Liebe, weil wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, hat er seinen Sohn gesandt, der einen neuen Weg gelegt hat. Es kommt jetzt nicht mehr nur darauf an, ob ihr Gutes oder Böses tut. Entscheidend ist, dass ihr an Jesus Christus glaubt und euch bemüht ein neuer Mensch zu werden."
Das wird uns nicht vollkommen gelingen. Aber wo wir aus der Liebe zu Gott unser Leben gestalten, aus Liebe auch seine Lehre immer wieder nach besten Kräften versuchen umzusetzen, bestrebt sind, diese Erneuerung stattfinden zu lassen, dann schenkt Gott Gnade. Das ist das Wunderbare dieser Botschaft, des christlichen Glaubens. Egal, ob du einmal etwas falsch gemacht hast in deinem Leben, ob du einmal falsche Entscheidungen getroffen hast, ob du selbst meinst, du wärst so unwürdig. Die Liebe Gottes bewertet es anders.
Bleibe nicht im Dunkeln
Gott möchte dich immer wieder daran erinnern, er hat auch für dich aus Liebe Christus gesandt. Sein Aufruf ist: Bleibe nicht im Dunkeln, sondern trete ins Licht.
Im Licht zu wandeln bedeutet, Jesus Christus nachzufolgen. Seine Liebe anzunehmen, ihn zu lieben und sich immer wieder auch für ihn zu ändern.
Der Apostel schloss seine Predigt mit dem Hinweis, dass wir trotz allen Bemühens keine vollkommenen Menschen sein werden. "Aber Gott schenkt Gnade. Diese trostreiche Botschaft der Hoffnung, der Gnade, der Liebe die lasst uns immer gegenseitig auch in unserer Herzen geben. Und damit meine ich nicht nur die Menschen, die hier in der Kirche sind, sondern alle Menschen."
Nach einem Liedvortrag des Chores wandte sich noch Priester Ralf Paul, Mitglied der Kirchenbezirksleitung und Vorsteher der Gemeinde Kierspe, mit einem Predigtbeitrag an die Festgemeinde.
Heilige Versiegelung
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls spendete der Apostel Henry Welsch aus der Gemeinde Hagen-Boele das Sakrament der Heiligen Versiegelung. An die Eltern des Kindes gewandt ging Apostel Follmann noch einmal auf das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus ein. Jesus wählte in diesem Gespräch das Bild des Windes, bei dem man nicht weiß woher er kommt oder wohin er fährt. Aber man spürt die Berührung des Windes. Ebenso könne man nicht alles erklären, was bei der Spendung des Sakraments geschehen würde, aber man spüre etwas davon. Auch das Kind könne so etwas wahrnehmen. Er riet den Eltern dafür zu sorgen, dass dem Kleinen die Liebe Gottes ins Herz gelegt wird. "Legt es in ganz einfacher Art und Weise hinein, wer Gott ist und wie er wirkt, auch im Gebet." Nach dem Jawort der Eltern zu diesem Vorhaben spendete der Apostel das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Entlastung, Beauftragung und Ordination
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls bat der Apostel den Evangelisten Damian Pechta, Priester Hendrik Schmitt und Diakonin Kerstin Adam zu sich vor den Altar.
Mit herzlichen Worten des Dankes für die langjährige Tätigkeit als Gemeindeleiter der Gemeinden Lüdenscheid und Attendorn entband der Apostel den Evangelisten Pechta von der Aufgabe als Leiter der Gemeinde Attendorn. Er würdigte die vom Evangelisten und dessen Familie geleistete Arbeit, für das Ermöglichen dieser Doppelbeauftragung und die Unterstützung vonseiten der Familie.
Anschließend wandte sich Apostel Follmann an den designierten neuen Gemeindeleiter, Priester Hendrik Schmitt. Er dankte ihm und dessen Frau, dass sie gemeinsam der neuen Aufgabe als Gemeindevorsteher zugestimmt haben. Besonders legte er ihm ans Herz, den Gemeindegliedern zuzuhören und die Seelsorge als wichtigste Aufgabe in der Gemeinde zu sehen. Er wünschte dem Priester eine glückliche Hand und eine gute Herzensverbindung zu den Geistlichen der Gemeinde und allen Glaubensgeschwistern. Nach dem Jawort auf die Frage, ob er die Beauftragung als Gemeindeleiter annehmen wolle, beauftragte der Apostel den neuen Gemeindevorsteher und spendete ihm einen Segen für die neue Aufgabe.
Danach folgte die Ordination von Diakonin Kerstin Adam ins Priesteramt. In seiner Ansprache dazu ging Apostel Follmann darauf ein, dass es eine heilige und wichtige Aufgabe sei, ein Werkzeug in der Hand Gottes zu sein, wenn Gott am Menschen handelt, die Sakramente der Heiligen Wassertaufe und des Heiligen Abendmahls spendet. Nachdem die Diakonin die Frage, ob sie das Amt als Priesterin in der Treue zu Gott auszuüben, in Verbindung mit dem Apostolat zu bleiben und den Anvertrauten im neuapostolischen Glauben voranzugehen, bejaht hatte, ordinierte der Apostel sie ins Priesteramt für die Gemeinde Lüdenscheid und hieß sie im Kreis der priesterlichen Amtsträger des Kirchenbezirks willkommen. Priesterin Adam ist damit im Kirchenbezirk die erste Diakonin, die ins Priesteramt ordiniert wurde.
Nach Beendigung des Gottesdienstes verabschiedete die Gemeinde ihren bisherigen Vorsteher und hieß den neuen Gemeindeleiter herzlich willkommen. Anschließend blieb die Gemeinde noch zusammen, um persönliche Dankesworte und Glückwünsche, auch an die neue ordinierte Priesterin, zu übermitteln.
© Bezirk Hagen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.