Hagen/Meinerzhagen. Am Sonntag, 30. März 2025 waren die Glaubensgeschwister des Kirchenbezirks Hagen in die Stadthalle Meinerzhagen eingeladen, wo Apostel René Follmann mit ihnen den Gottesdienst feierte. Im Gottesdienst spendete er das Sakrament der Heiligen Versiegelung und ordinierte eine Diakonin für die Gemeinde Attendorn.
In der festlich geschmückten Stadthalle hatten sich beinahe 400 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst versammelt. Apostel Follmann gab seiner Freude Ausdruck, dass ein gemeinsamer Gottesdienst für alle Gemeinden möglich wurde. "Das war nicht meine Idee, sondern der Wunsch dazu kam aus euren Reihen." Er wisse, dass für eine Gottesdienstgemeinschaft in diesem großen Rahmen einiges an Vorbereitungen geleistet worden sei und richtete seinen Dank an alle, die sich dabei eingebracht hatten.
Als Grundlage für die Predigt hatte Apostel Follmann einen Vers aus dem 86. Psalm gewählt: "Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte." (Psalm 86, Vers 11)
86. Psalm - Ein Gebet Davids
Bezugnehmend auf das vorgetragene Chorlied "Dir gebührt Ehre" ging der Apostel darauf ein, dass der 86. Psalm, ein Gebet Davids, vertont wurde und zum Liedgut unserer Kirche gehört. Gottesdienst, Gebet, Gesang, Heilige Schrift seien immer wiederzufindende Elemente, wenn es darum gehe, mit Gott in Verbindung zu sein. "Wir singen, weil es uns Freude macht, aber Lieder mit geistlichen Texten haben eine besondere Bedeutung. Diese Lieder schenken uns etwas und helfen uns." Mit solchen Liedern suchen wir oft Verbindung zu Gott, wie eben mit diesem Psalm. Aus diesem Psalm lassen sich Impulse für unsere Gebete ableiten, so Apostel Follmann.
Verbindung aufbauen
Zu Beginn dieses Psalms spürt man, wie der Beter bemüht ist, Verbindung zu Gott aufzubauen. "Neige dein Ohr, Herr, erhöre mich", betet der Psalmist. Er bittet darum, dass Gott sich ihm zuwendet und ihn ansieht. Gleichzeitig macht David sich aber auch klar, mit wem er spricht und an wen er sich wendet. Er erinnert sich selbst an die Größe und die wunderbaren Eigenschaften Gottes. "Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen", betet er weiter.
"Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, wer der ist, mit dem wir in Verbindung treten und was den allmächtigen Gott auszeichnet", predigte Apostel Follmann.
Kernpunkt des Gebetes
Das verlesene Bibelwort sei ein Kernelement des Gebetes, so der Apostel. "Es steht sozusagen mittendrin: Herr, zeige mir doch deinen Weg." In unserem Lebensweg müssen wir viele Entscheidungen treffen. Aber es sei gut, sich an diesem Psalm ein Beispiel zu nehmen. Wir sollten Gott nicht immer wieder fragen, zeig mir mal den besten Weg für mich, oder was hältst du von dieser oder jener Entscheidung, sondern zeig mir deinen Weg. "Man nimmt sich selbst zurück und betet Gott mit dem Ziel an, sich ganz auf den Herrn auszurichten." Und dies habe dann die Konsequenz, dass man in seiner Wahrheit wandeln kann.
Leben in der Wahrheit
Heutzutage begegnet uns oft die Frage, ob die Informationen, die wir erhalten, wahr sind, ob die Wahrheit hier und da etwas verbogen wurde oder wer uns denn gerade die Wahrheit sagt: "Wir als gläubige Christen wissen: Die wahre Wahrheit, die wirkliche Wahrheit, ist bei Gott." Es sei menschlich, dass wir dazu neigen, manche Dinge zu verdrehen oder zu unseren Gunsten auszulegen und wir können manchmal auch gar nicht so ganz die Wahrheit von uns selbst sagen, weil wir nicht alles wissen. Wenn wir nach der göttlichen Wahrheit leben wollen, dann müssen wir Gott danach fragen, den Herrn erforschen, ihn erkennen. "Das ist eine Lebensaufgabe", so der Apostel weiter. "Das durchzieht unser ganzes Leben, unser Dasein, jeden Augenblick. Das mag uns antreiben den Herrn immer mehr zu erkennen und zu verstehen."
In Liebe und Ehrfurcht mit Gott verbunden
Apostel Follmann machte deutlich, dass sich diese Furcht nicht darauf bezieht, dass wir vor Gott Angst haben müssten. Er erinnerte an die Vertonung des 86. Psalms, wie er in unserem Liedgut zu finden ist: "Bei dem einen erhalt mein Herz, dass ich in kindlicher Liebe und in Ehrfurcht vor dir steh." Wir werden uns Gottes Allmacht bewusst, machen uns klar, wer Gott ist und dass wir von ihm abhängig sind, aber auch, dass unsere Beziehung zu Gott auf Liebe gegründet ist.
Jesu Handeln als Vorbild
"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich", zitierte der Apostel Worte des Herrn (vgl. Johannes 14,6). Ein entscheidender Hinweis und eine klare Antwort auf das von David gesprochene Gebet. "Das war doch der Grund, warum Gottes Sohn, Jesus Christus, auf diese Erde gekommen ist: Dem Menschen, der nach Gott sucht zu helfen, dass er ihn finden kann." Jesus Christus zeigte den Menschen Gott, den Vater. Er sagte den Menschen aber auch: "Wenn ihr an mich glaubt", Apostel Follmann fügte ein kleines Wort hinzu, "wenn ihr wirklich an mich glaubt, dann tut ihr meine Werke, also das, was ich tue." (vgl. Johannes 14,12) Darin hat Christus uns ein Vorbild gegeben, Wegweiser zu sein. Christus hat uns auch ein Vorbild darin gegeben, die Gemeinschaft mit Gott und die Verbindung zu ihm zu suchen. Dazu müsse man sich in die Nähe Gottes begeben und die eigene Einstellung überprüfen, ob Gott immer da sein müsse, wo wir sind oder ob es nicht die richtige Einstellung wäre: Ich schaue, dass ich da bin, wo Gott ist.
Auch der reiche Jüngling hatte um Wegweisung gebeten, die Jesus Christus ihm gab. Er sagte ihm, dass er, wenn er vollkommen sein wolle, alles verkaufen solle was er besaß, es den Armen geben und dann Christus nachfolgen solle. "Auch hier wird das Element der Liebe deutlich", so Apostel Follmann. "Was hat die größere Priorität in unserem Leben und wonach gestalten wir es? Geht es darum, meine Ziele zu erreichen, oder in dem Willen Gottes zu wandeln? So hat es Christus gepredigt und es uns vorgelebt." Es ist eine unbequeme Frage, mit der sich jeder einmal auseinander setzen sollte.
Prioritäten setzen
"Suche die Nähe Gottes", predigte Apostel Follmann. Eine gute Gelegenheit dazu ist der Gottesdienst, wo Gott die Möglichkeit hat, uns allen mit seinem Wort zu antworten und mit seinen Heilsgaben an unseren Seelen zu wirken. "Da haben wir auch Gemeinschaft mit gläubigen Menschen, mit Glaubensgeschwistern, haben Nähe untereinander." Apostel Follmann erwähnte in dem Zusammenhang einen Wunsch des Psalmisten: Dass ich bleiben möge im Hause des Herrn mein Leben lang. (vgl. Psalm 27,4). "Das ist so ein innerer Wunsch und die Erkenntnis: Das ist nicht nur nett, das ist gut und wichtig für meine Seele."
"Schaue auf Jesus Christus", so Apostel Follmann weiter, "und orientiere dich an ihm." Der Apostel riet, sich Zeit zu nehmen, den Wegweiser Jesus zu erkennen und dazu gegebene Möglichkeiten, im Gottesdienst und auch im Gebet, zu nutzen. "Nimm dir Zeit für den Herrn." Beispielhaft nannte Apostel Follmann Menschen zur Zeit Jesu, die großen Aufwand auf sich nahmen, um Jesus Christus einmal "live" zu erleben. Er erinnerte an die Feldrede des Herrn. "Manche waren viele Tage unterwegs gewesen." Als weiteres Beispiel nannte der Apostel Glaubensgeschwister in einigen betreuten Gebieten, die oft ebenfalls viel Zeit investieren müssten, um einen Gottesdienst erleben zu können. "Welchen Aufwand nehmen wir auf uns, um den Herrn zu erleben", stellte Apostel Follmann eine weitere Frage zu Selbstüberprüfung in den Raum.
"Folge dem Herrn nach", nannte der Apostel einen weiteren Aspekt. Die Konsequenz sei dabei aber auch, das Kreuz, das der Herr uns gibt, anzunehmen. Der Apostel erinnerte dabei an das Kreuz der Sündenlast aller Menschen, das Jesus auf sich genommen hat und an seinen Kampf, das Böse und die Sünde zu überwinden. Der Kampf gegen das Böse und die Sünde geht auch uns etwas an. Wir sind zudem aufgefordert, das Kreuz und Leid des Nächsten zu erkennen, es tragen zu helfen und ihn zu unterstützen. "Gott legt uns nicht mehr auf, als wir tragen können", predigte der Apostel. Annahme des Kreuzes bedeute auch, die oft gestellten Fragen nach dem Warum zur Ruhe kommen zu lassen in dem festen Glauben, dass Gott es gesehen, es zugelassen hat und uns helfen wird. "Gott wird mir helfen und mich nicht alleine lassen. Christus hat deutlich gemacht, dass er hilft, dass er da ist."
Im Gottesdienst wandten sich Bischof Olaf Koch und Bezirksevangelist Volker Lange noch mit Predigtbeiträgen an die Gemeinde.
Heilige Versiegelung, Ordination und Abschluss
Nach der Sündenvergebung spendete Apostel Follmann einem Kind aus der Gemeinde Kierspe, Theo Vogtmann, das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Im Anschluss an das Heilige Abendmahl bat der Apostel Denise Riedel zum Altar und ordinierte sie als Diakonin für die Gemeinde Attendorn.
Der Gottesdienst wurde von einem großen Chor, bestehend aus Sängerinnen und Sängern der Gemeinden, einem Geigen- und Flötenensemble zweier Mädchen und einem Männerchor, bestehend aus den Gemeindeleitern des Kirchenbezirks Hagen, feierlich umrahmt.
Nach Gottesdienstende nutzte Bezirksältester Gottfried Flügge, Leiter der Kirchenbezirks Hagen, die Gelegenheit, der versammelten Gemeinde einige Bezirksbeauftragte als Ansprechpartnerinnen und -partner vorzustellen. Die Beauftragten für "Inklusion" und der Beauftragte für "Süchtige und deren Angehörige" berichteten kurz von ihren Aufgabenbereichen. Bezirksältester Flügge warb dafür, die Bezirksbeauftragten aller Themenbereiche bei Fragen zu kontaktieren und stellte dazu einen Flyer vor, in dem die jeweiligen Beauftragten mit Kontaktdaten aufgeführt sind.
Anschließend blieb die Festgemeinde noch zu Begegnungen und Gesprächen beieinander. So klang ein schönes Gottesdiensterlebnis aus, das sicher noch lange Nachhall finden wird.
© Bezirk Hagen
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