Breckerfeld. Am Mittwoch, 18. Dezember 2024, hielt Bezirksapostel Stefan Pöschel, Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, den Abendgottesdienst in der Gemeinde Breckerfeld. In seiner Begleitung waren Apostel René Follmann und Bischof Olaf Koch.
Bezirksapostel Pöschel legte seiner Predigt ein Bibelwort aus Lukas 1, 21+22, zugrunde: „Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm“.
Bezirksapostel Pöschel ging zu Anfang des Gottesdienstes auf den Musikvortrag des Gemeindechores ein. Das Chorlied schloss mit den Worten: „… Herr, ich warte, segne mich“. Nicht abwarten, so der Bezirksapostel, sondern sein Herz für Gottes Wort öffnen. Nur körperliche Anwesenheit im Gottesdienst bringt uns nämlich nicht weiter. Aktiv auf die Wiederkunft Jesu Christi warten, sich mit diesem für den Verstand unbegreiflichen Ereignis beschäftigen, daran glauben, sich bewusst sein, dass Gott alles in seiner Hand hat, Gott in allen Lebenslagen vertrauen wollen und nicht nur im Advent.
Bezirksapostel Pöschel ging im weiteren Verlauf seiner Predigt auf das Geschehen um Zacharias ein. Parallel dazu erlebte Maria die Unbegreiflichkeit des Handelns Gottes. Als der Engel Gabriel ihr die für sie unbegreifliche Botschaft der Geburt eines Kindes verkündete, ergriff sie diese Worte dennoch im Glauben (Lukas 1,38.45). Anders verhielt es sich beim Priester Zacharias, dem einige Wochen zuvor ebenso der Engel Gabriel im Tempel die Geburt eines Sohnes, Johannes, angekündigt hatte. Er zweifelte und deshalb verstummte er (Lukas 1,18–20).
Der Bezirksapostel warb dafür, Zacharias ob seines Zweifels zu verurteilen. Immerhin waren er und seine Frau Elisabeth schon hochbetagt, und so galt es für ihn, an ein Wunder zu glauben. Heute sind im Hause des Herrn, in seiner Gemeinde ebenso große Gotteserfahrungen möglich. Gott, der Heilige Geist, wirkt und hält durch die Gesandten Christi die Verheißung der Wiederkunft Christi wach. Doch nur wenige Menschen glauben an deren Erfüllung. Erfahrung der Nähe Gottes kann verstummen lassen. Das, was Zacharias im Tempel sah und hörte, war für ihn überwältigend und unvorstellbar. Dafür war auch das ihm auferlegte Schweigen ein Ausdruck. Mit dem Verstummen kann Zacharias auch seinen Zweifeln keinen Ausdruck mehr geben. Er bekommt Zeit, um über Gottes Botschaft nachzudenken.
Wenn Gott auf wundersame Weise waltet, sollte man besser schweigen, in der Stille staunen und den Willen aufbringen, ihm einfach vertrauen. Gott führt uns auch heute immer wieder auf Wege, die wir uns nicht erklären können. Vertrauen wir ihm, bleiben wir still! (2.Mose 14,14). Auch die verheißenen Geschehnisse bei der Wiederkunft Christi – Auferstehung, Verwandlung, Entrückung – sind mit unserer menschlichen Erfahrungswelt unvereinbar. Und wie schnell gerät deshalb der Glaubende in Gefahr, Zukünftiges, was der allmächtige Gott gestalten wird, mit menschlichen Begriffen erklären zu wollen. Man ergeht sich in Mutmaßungen und Spekulationen und macht dadurch das Heilige ungewollt lächerlich. Lasst uns einfach zurückhaltend sein, wenn wir spüren, dass Worte unangemessen sind, um die Wunder Gottes zu beschreiben. Mögen dafür unsere Taten für sich sprechen, wenn durch sie unser Glaube und unsere Nähe zum dreieinigen Gott zum Ausdruck kommen
Letztendlich erfüllte sich das dem Zacharias Verheißene und er konnte wieder mit seiner Stimme Gott loben und preisen (Lukas 1,67–79). So wird auch die vollendete Brautgemeinde, die heute noch nicht vollumfänglich fassen und in Worte kleiden kann, was Gott ihr bereiten will, bei der Wiederkunft ihres Herrn mit in ein großartiges Lob Gottes einstimmen (Offenbarung 19,6.7).
Apostel Follmann ging in seinem Predigtbetrag auch auf das manchmal unbegreifliche Handeln Gottes ein. Wir wollen offen sein für das Unsichtbare und noch nicht Erlebte. Manchmal braucht es etwas mehr Zeit, bis wir ein Ergebnis verzeichnen können, wir wollen unser Vertrauen aber nicht aufgeben, Gott wird handeln. Innere Einkehr ist wichtig, mit dem Herzen können wir Gott erfahren und daraus Kraft ziehen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles beendete Bezirksapostel Pöschel den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Den musikalischen Rahmen gestalteten der Gemeindechor, Männerchor und Orgel.
© Bezirk Hagen
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