Breckerfeld. Bischof Olaf Koch, Arnsberg, besuchte am Sonntag, 3. Dezember 2023, die neuapostolische Gemeinde Breckerfeld und leitete den Gottesdienst zum 1. Advent.
Bischof Koch legte der Predigt ein Bibelwort aus Jeremia 33, 14+15 zugrunde: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich das gnädige Wort erfüllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda geredet habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten Spross aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande“.
Bischof Koch begann die Predigt mit dem Statement, dass Gott den Erlöser verheißen hatte und auch so handelte, wie er es verheißen hatte. Gott war, ist und bleibt absolut zuverlässig. Das Wort aus dem Buch Jeremia lässt sich auf die Adventszeit und damit auf Jesus Christus beziehen. Es wird eine Verheißung ausgesprochen, die sich schließlich in Jesus Christus erfüllt hat. Er ist der „Spross Davids“, der Sohn Davids (Matthäus 9,27).
Bischof Koch erwähnte in seinen Ausführungen auch den Begriff Erwartung. Wer hat damals Jesus erwartet? Wer erwartet heute die Wiederkunft Jesu, wie bereitet man sich darauf vor und was löst das aus? Das ist der zentrale Punkt in der christlichen Lehre. Bischof Koch berichtete von einem Gottesdienst, in der ein Priester das Warten auf die Wiederkunft Jesu mit der Situation an einer Bushaltestelle verglich. Es waren einige Personen anwesend, die sich unterschiedlich verhielten. Einer ging auf und ab, ein anderer las in der Zeitung, ein anderer lehnte am Wartehäuschen und ein anderer saß im Wartehäuschen auf der Bank. Je länger die Zeit verstrich, desto mehr veränderte sich das Verhalten des einen und anderen. Es wurde wiederholt auf die Uhr geschaut, man wurde unruhig, ungehalten und nervös. Plötzlich fuhr ein Auto vor, die Frau im Auto winkte und der Mann im Wartehäuschen ging ruhig dort hin, stieg ein und das Fahrzeug fuhr fort. Der Bischof erklärte, dass dieser Mann im Gegensatz zu den anderen eine ganz andere Erwartung hatte. Er wartete nicht auf den Bus sondern auf den, der ihn abholen sollte. Dass das geschehen würde wusste er und so blieb er ruhig und gelassen. Die auf die Wiederkunft Jesu warten glauben, dass dies geschehen wird und richten ihr Leben danach ein. Unter anderem bleiben sie in den irdischen Verhältnissen gelassen.
Bischof Koch ging nun weiter das Bibelwort zur Predigt ein, in dem betont wird, dass Gott das gnadenvolle Wort, das er dem Volk Israel gegeben hat, erfüllen wird. Es gehört zu den Eigenschaften Gottes, dass er zu den Menschen spricht und ihnen auch die Zukunft verkündigt. Er sagt uns, was er vorhat und erinnert uns auch immer wieder an seine Vorhaben. Er hat den Menschen versprochen, dass er einen Erlöser senden wird. Einen Hinweis erkennen wir in 1. Mose 3,15, wo jener verheißen wird, der der Schlange den Kopf zertritt, also das Böse überwinden und schließlich zunichtemachen wird. Es hat lange gedauert, bis diese Verheißung erfüllt wurde, aber der Retter ist gekommen – wie versprochen.
Jesus Christus ist der erste Mensch, der genau so gehandelt hat, wie Gott es wollte. In unserem Bibelwort ist davon die Rede, dass der „Spross Davids“ Recht und Gerechtigkeit im Lande schaffen soll. Jesus ist der Mensch, der Recht schafft, denn er hat das rechte Verhalten Gott gegenüber. Damit hat er auch für uns Gerechtigkeit geschaffen. Durch sein Opfer hat er uns die Möglichkeit gegeben, gerecht zu werden. Er hat den Menschen Gelegenheit gegeben, Gnade zu finden, von Gott angenommen zu werden und in das Reich Gottes eingehen zu können.
Gott hat durch Propheten sogar wesentliche Elemente des Weges Jesu offenbart: Der Erlöser wird in Bethlehem von einer Jungfrau geboren werden. Gott hat Hinweise auf Jesu Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung gegeben. Jesus selbst hat darauf hingewiesen, dass die heiligen Schriften Israels von ihm zeugen. Den Jüngern, die nach seinem Tod ratlos waren und sich auf dem Weg nach Emmaus befanden, machte er klar, „was in allen Schriften von ihm gesagt war“ (Lukas 24,27). Jesus hat die Sendung des Heiligen Geistes verheißen (Johannes 15,26). Der Heilige Geist wurde gesandt, um „Recht“ zu schaffen. Er lehrt uns das rechte Verhalten Gott und den Menschen gegenüber. Er erinnert an all das, was Jesus gesagt und getan hat. Er weist darauf hin, dass die erlöst werden, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen.
Der Gemeindevorsteher, Priester Frank Höller, und Bezirksevangelist Volker Lange, Hagen, gingen in ihren Predigtbeiträgen besonders auf den Begriff Erwartung ein. Erwartung der Wiederkunft Jesu Christi. Ist das immer noch unser Glaubensziel? Richten wir immer noch unser Leben danach ein? Freuen wir uns immer noch auf diesen Augenblick? Können wir von diesem Glauben immer noch anderen abgeben?
Musikalisch wurde der Gottesdienst mit Orgelspiel, Gemeinde- und Chorgesang umrahmt.
Nach dem Gottesdienst wurde zum come together in das Kirchen-Cafe eingeladen. Es gab süße und herzhafte Leckereien und die Möglichkeit zum Gespräch und Austausch.
© Bezirk Hagen
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